Bipolare Störungen

heart with ekg on it
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Himmel hoch jauchzend und sofort wieder zu Tode betrübt, so könnte man bipolare Störungen laienhaft beschreiben. Die bipolare Störung oder manisch depressive Komponete gehört zu den affektiven Störungen und hat nichts mit der normalen Gefühlswelt zu tun, wie zum Beispiel euphorische Stimmung während der Phase des Verliebtseins.

Betroffen sind ca. 1,9% der Weltbevölkerung.

  • Somatogene Ursachen (körperlich begründbare Hirn- oder Stoffwechselveränderungen)
  • Psychogene Ursachen (psychische Ursache, Trauma, ect.)
  • Endogene Ursachen (körperliche Ursachen durch Erbfaktoren begründet)

Die Entstehungsursache beruht auf der Annahme von Funktionsstörungen der Neurotransmitter und/oder der dazugehörigen Rezeptoren (hauptsächlich Serotonin und Noradrenalin). Man spricht deswegen von einer multifaktoriellen Ätiopathogenese.

Die Hauptsymptome dieser Gruppe von Störungen beinhalten eine Veränderung der Affektivität (subjektives Befinden), Biorhytmus und Antrieb, das sogenannte depressive Achsensyndrom.

  • gedrückte Stimmung
  • gehemmter Antrieb
  • Interessenlosigkeit und Freudlosigkeit
  • perseverierende Gedanken (Gedankenkreisen)

Weiter Symptome sind häufig auch:

Konzentrationsschwäche, niedriges Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Libidoverlust, vegetative Veränderungen, Schlafstörungen, innere Unruhe, Ängste, oft auch autoaggressive Anteile (bis hin zum Suizid oder Parasuizid).

Die typischen Symptome der Manie sind:

  • manische Verstimmung, grundlose Heiterkeit
  • dysphorische, gereizte, erregte, tobsüchtige Stimmung
  • abnorme Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Distanz und Kritiklosigkeit
  • Enthemmung mit Verlust des Schamgefühls
  • Beschleunigter Gedankengang mit großem Wortfluss, Ideenflucht

Symptome können sehr individuell sein.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielseitig und sollten vom behandelten Psychiater individuell vorgenommen werden. Im Mittelpunkt steht eine medikamentöse Behandlung. Die Psychopharmakatherapie besteht aus verschiedenen Medikamenten.

  • Lithium, Carbamazepin oder Valproinsäure
  • Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva
  • SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer)
  • MAO Hemmer (Monoaminooxidase Hemmer)
  • SNRI (Selektive Noradrenalin – Wiederaufnahme Hemmer)

Zu den Antidepressiva sei erwähnt, daß diese für einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen, bevor die volle Wirkung einsetzt. Antidepressiva machen NICHT SÜCHTIG und somit kann auch keine Entzugssymptomatik auslöst werden.

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